Freispruch für den Wolf: Er wars nicht
Eine genetische Untersuchung belegt, dass es ein Hund war, der das Schaf in Lengerich gerissen hat

-Michael Baar- Lengerich - Es ist die DNA, die die Unschuld des Wolfes beweist: Das Schaf, das im November in Lengerich gerissen worden ist, war das Opfer eines Hundes und nicht eines Wolfes. Das hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) Nordrhein-Westfalen am Dienstag mitgeteilt.

Mehr Wildschweine, weniger Hasen
-hir- Düsseldorf - Um ein Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest zu vermeiden, haben die Jäger in NRW im Jagdjahr 2016/17 deutlich mehr Wildschweine erlegt. Mit 39 000 gejagten Tieren lag die Strecke um 4500 über dem Vorjahr.

Das Umweltministerium veröffentlichte am Montag die neuen Zahlen und verwies auf gewachsene Wildschwein-Bestände. Gewachsen sind auch die Bestände von Rehen und Rothirschen, die nach Angaben des Landesjagdverbandes ein ideales Umfeld in den einst von Orkan „Kyrill“ verwüsteten Wäldern vorfinden.

Mit 95 551 Rehen wurden ähnlich viele wie in der Vorsaison erlegt. Gleich hoch blieb auch die Strecke bei Rothirschen mit 6225 Tieren. Bei Rehen ist die Zahl des nicht durch Jagd getöteten Fallwildes mit 26 550 am höchsten – etwa ein Drittel davon fiel Autounfällen zum Opfer. Um 27 Prozent auf 12 800 stiegt die Strecke bei Waschbären.

Bei Feldhasen sank die Jagdstrecke erneut um 13 Prozent auf 47 055 Tiere, weil wenig Jungtiere geboren wurden. Bei Wildkaninchen wurden mit 64 323 Tieren 30 Prozent weniger erlegt.

Quelle: AZ 12. Dez. 2017

Tradition mit Zukunft für Jäger und Sammler
Waffenhaus Sajovec feiert 190-jähriges Bestehen -
Sohn Maximilian steigt ins Familienunternehmen ein

Coesfeld. Behutsam nimmt Martina Sajovec den edlen Bergstutzen aus dem Schrank. „Das ist eine alte mechanische Waffe“, erklärt die Fachfrau. Die auf dem Metallbeschlag mit Hirschen verzierte Bockbüchse ist das traditionelle Gegenstück zur modernen Repetierbüchse, deren Kolben aus in Kunstharz gegossenen Maisblättern besteht. Beides ist bezeichnend für die lange Tradition, die das Waffenhaus Josef Sajovec pflegt. In diesem Jahr feiert das Familienunternehmen bereits sein 190-jähriges Bestehen.

Neues Jagdgesetz in Arbeit       
Umweltministerin Schulze Föcking gibt einen Ausblick auf ihre politischen Pläne


-Hilmar Riemenschneider- Düsseldorf - Als 15 000 Jäger vor dem Landtag gegen das Jagdgesetz protestierten, habe das dokumentiert, dass Rot-Grün „Politik gegen die Betroffenen“ betrieben habe.

Umweltministerin Christina Schulze Föcking rief am Mittwoch im Umweltausschuss diese Szene ins Gedächtnis und versprach: Sie stehe für eine „Politik mit den Akteuren, egal ob Jäger oder Naturschutzverbände“. Im Landtag gab die CDU-Politikerin einen Ausblick auf ihre politischen Pläne.

50 Jahre aktive Jagdhornbläser

Für ihre 50 jährige Mitgliedschaft bei den Jagdhornbläsern Hubertus Coesfeld wurden im Juli Franz Pfeiffer und August Wirsen im Rahmen eines Grillabends geehrt. Sie gehören somit zu den Urgesteinen der im Frühjahr 1964 gegründeten Jagdhornbläsergruppe und das, als noch „aktive“ Mitglieder.

 Vier Musikalische Leiter, 5 verschiedene Uniformen, über 40 Bläserwettbewerbe, 29 Bläserschützenfeste, 3 große Jubiläumsfeiern und unglaublich viele Auftritte und Veranstaltungen haben die beiden erlebt. Zusätzlich waren sie immer aktiv an der Entwicklung der Gruppe beteiligt.

Ablenkungsmanöver

Der Wolf ist in NRW noch nicht einmal heimisch geworden, da wird er schon für eine verlogene Politik missbraucht. Da wird ein sogenannter Gutachter beauftragt (...). Der eher als Autor für diverse Jagdmagazine bekannte Herr Pfannenstiel (... ) ist als Wolfsexperte meines Wissens noch nicht sonderlich in Erscheinung getreten.

Die Bejagung des Wolfes ist absolut sinnlos, wenn man den Wolf (der ja witzigerweise noch nicht einmal da ist) nicht wieder ganz ausrotten will. Herr Röring weiß genau, wie man Stimmung macht in Wahlkampfzeiten. Es ist der Versuch von der verfehlten Landwirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte abzulenken, die seine Partei maßgeblich mit zu verantworten hat. Dass sich die Politik trotzdem wird ändern müssen, da bin ich mir ganz sicher. Weite Teile der Bevölkerung und auch immer mehr Landwirte wollen das unbedingt, da hilft auch kein „böser Wolf“ mehr, um das zu verhindern. (...)

Hans-Jürgen Gebker, Gescher

 

Woher der Hass?

Bevor ich einige durch Studien belegbare Fakten zum Wolf wiedergebe, möchte ich die Frage stellen, ob Wölfe keine Geschöpfe Gottes sind, die ebenso wie alle anderen Mitgeschöpfe unseren tiefen Respekt verdienen. Woher kommt dieser Hass auf Wölfe?

Doch zu den Fakten:
1. Der Wolf lebt schon viel länger als der Mensch in Mitteleuropa und ist demnach ein heimisches Tier, mit dem natürlichen Recht hier zu leben.

2. Die auch von Deutschland ratifizierten Berner Konventionen vom 19.9.1979 lassen keinen Abschuss von Wölfen zu, gleiches gilt auch durch die Europäische Habitatinitiative.

3. Wo der Wolf lebt, gesundet der Wald. Er selektiert die Pflanzenfresser, wie dies kein menschlicher Jäger vermag. Vom Wolf profitieren die Baumbestände, ebenso aber auch die faunistische Artenvielfalt sowie der gesamte Wildbestand.

4. In Deutschland sind fast alle Weidetiere mittlerweile ganzjährig aufgestallt. Lediglich Schafe und Ziegen leben auf Weiden, doch diese können durch Elektroschutzzäune gesichert werden. Auch Herdenschutzhunde schrecken Wölfe ab, beide Maßnahmen werden subventioniert. Eventuelle Verluste durch Wölfe werden finanziell entschädigt.

5. Doch diese Ängste muss kein Landwirt haben, denn jahrelange Studien haben belegt, dass 96 Prozent der Beute aus wilden Huftieren besteht (überwiegend Rehe), drei Prozent Hasen und das restliche eine Prozent besteht aus anderen Kleintieren.

6. Befürchtungen zu Übergriffen auf Menschen sind billige Polemik. (...)

Michael Kempkes, Bocholt

(AZ vom 18.08.2017)

Zum Artikel „Der Wolf passt nicht zu offener Weidehaltung“ vom 9.8.:

. (...) Zwar ist Meister Ise­grim noch gar nicht wieder in Westfalen heimisch, da wird er schon waidwund geschossen und über die zukünftige Bestandsregulierung fabuliert. Vor allem die offene Weidehaltung sei in Gefahr. Diese Worte aus dem Mund eines Bauernvertreters, der besser Agrarindustriepräsident hieße, entbehren angesichts von Millionen kasernierter „Nutztiere“ nicht einer gewissen Komik.

Im dicht besiedelten Mitteleuropa hätten Wölfe ohnehin nichts verloren. „Wölfe“ meint dabei im Klartext „Naturschutz“, der aus Sicht dieser Lobbyisten grundsätzlich übertrieben wird. Ein paar blühende Ackerrandstreifen, einige in die Maiswüsten geschnittene Lerchenfenster – das muss reichen. (...)

Klaus Decker, Horstmar

 

Jäger wollen keine Wölfe schießen
Forderungen von Landwirten und Jagdverpächtern sorgen für kontroverse Diskussion

- Gunnar A. Pier- Münster - Sie wollten eine ­offene Diskussion über den Umgang mit dem Wolf in Westfalen anstoßen – und das ist gelungen: Quasi postwendend gab es Reaktionen auf das Gutachten, das der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und der Verband der Jagd­genossenschaften und Eigenjagden am Dienstag vor­gestellt hatten.

In den sozialen Medien wurde die Forderung, Wölfe jagen zu dürfen, heftig diskutiert. Mitunter wurden die Jagd-Befürworter ruppig beschimpft. Es gab aber auch durchaus fundierte Ausführungen zu Vor- oder Nachteilen einer Ansiedlung.

„Wolf trägt zum ökologischen Gleichgewicht bei“

Münster/Düsseldorf - Wenn der Wolf kommt, bringt er Probleme mit – da sind sich Landwirte, Jäger und Naturschützer einig. Doch sie wollen unterschiedlich damit umgehen. Redaktionsmitglied Gunnar A. Pier hat Katharina Stenglein gefragt, Wolf-Expertin beim Naturschutzbund (Nabu) in Düsseldorf

„Der Wolf passt nicht zu offener Weidehaltung“
Landwirte und Jagd-Verpächter fordern Debatte über Jagd

Gunnar A. Pier- Münster - Im Märchen ist der Wolf immer böse, alle haben Angst vor ihm – aber am Ende ist er doch eine auf unerklärliche Art geliebte Figur. Schließlich kann man dem Wolf notfalls den Wanst aufschneiden und das mit Haut und Haar verschlungene Rotkäppchen wieder rausholen.

Die heutigen Landwirte und die Verpächter von Jagdgebieten sehen die Sache ernster: Der Wolf in Westfalen ist zwar ausgestorben – aber er kommt offenbar zurück. „Wir wollen vorbereitet sein“, erklärte Bauernpräsident Johannes Röring. Deshalb gibt es nun ein Wolfs-Gutachten, das am Dienstag vorgestellt wurde – verbunden mit einem flammenden Appell für die Bejagung der Tiere.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.