Jagd auf Nutrias über Grenze hinweg
-job- Kreis Borken - Weil die Zahl von Nutrias und Bisame im Grenzgebiet stark zunimmt, will der Kreis Borken bei der Bekämpfung der an Bächen, Teichen und Flüssen lebenden Nager mit niederländischen Nutria- und Bisamjägern zusammenarbeiten. Ein Pilotprojekt soll in Kürze starten. In den Niederlanden sind Bisamjäger – anders als in Deutschland – hauptberuflich tätig und Beamte. Dort hat die Bekämpfung der Nager einen großen Stellenwert, weil beide Nager-Arten Dämme und Deiche mit ihren Bauten unterhöhlen und zum Einsturz bringen können. Damit die niederländischen Experten im Grenzgebiet tätig werden können, müssen sie einen Ausländerjagdschein beantragen. Entlang der deutsch-niederländischen Grenze wurden 2014 nur 536 Nutrias gezählt. 2016 wurden schon 1897 der bis zu acht Kilogramm schweren Tiere registriert.

(AZ vom 14.03.2018)

Planen für den Tag X
Landwirte und Politik bereiten sich auf Krise durch Afrikanische Schweinepest vor

-Hilmar Riemenschneider- Düsseldorf - Seit einigen Monaten lässt sich beobachten, wie sich der Anblick vieler Höfe im Münsterland ver­ändert. Aus Sorge vor einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, übertragen durch Wildschweine, haben Schweinehalter ihre Höfe eingefriedet, damit weder ihre Schweine noch ihr Futter noch Verladestellen für Wildschweine zugänglich sind. Es geht um Schutz vor der in Osteuropa schon ­grassierenden Tierseuche, es geht ebenso um Schutz vor Verlusten.

Wildschwein-Preise im Keller
Starke Vermehrung und höhere Abschusszahlen machen die Sauenpirsch unrentabel

-dpa- München - Die Wildschweinjagd lohnt sich in Deutschland immer weniger. Angesichts der drohenden Afrikanischen Schweinepest und der steigenden Schwarzwildzahlen in den Wäldern haben mehrere Länder begonnen, den Jägern Prämien für erlegte Sauen zu zahlen. Außerdem sind wegen der rasanten Vermehrung der Tiere die früher üblichen Schonzeiten verkürzt oder sogar weitestgehend aufgehoben worden. Ziel ist die Reduzierung der Wildschweinbestände. Doch die Preise für das Fleisch sind infolge des großen Angebots so tief gesunken, dass sich die Sauenpirsch für viele Jäger nicht mehr lohnt.

Der Wolf erreicht den Bundestag
Ausbreitung soll stärker kontrolliert werden / Kontroverse Debatte um FDP-Antrag im Bundestag

-dpa- Berlin/Hannover - Der Wolf breitet sich aus in Deutschland, immer wieder werden Schafe und andere Nutztiere gerissen. Auch viele Menschen haben Sorgen vor Angriffen. Gefahr Wolf – oder Angstmache? Union und SPD wollen die Ausbreitung der Wölfe künftig stärker kontrollieren, zugleich sollen Nutztiere besser vor Angriffen geschützt werden. Das haben die Parteien in den Koalitionsverhandlungen vereinbart. Im Bundestag hat der Umgang mit dem Wolf am Freitag zu einer hitzigen Debatte geführt.

Schweinepest kommt näher
Tierseuche breitet sich in Osteuropa weiter aus / Landwirte in der Region bangen

-Frank Polke- Münster/Berlin - Die Gefahr rückt näher: Die Zahl der gemeldeten Tiere, die in Osteuropa an der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verendet sind, nimmt dramatisch zu. Sollte es zu einem Ausbruch der Tierseuche in Deutschland kommen, hätte dies drastische wirtschaftliche Auswirkungen auch auf die Region.

Wolf im Kreis Warendorf bestätigt
25.01.2018 - Alfons Deter

An einer Landesstraße zwischen Albersloh und Sendenhorst - vor den Toren Münsters - fotografierte heute Vormittag gegen 10.15 Uhr ein Autofahrer  einen Wolf auf einem Acker. Ein weiterer Autofahrer beobachtete wenig später, wie der Wolf die Straße überquerte und dann im Wald verschwand.

Der Beobachtungsort wurde von der regional zuständigen Luchs- und Wolfsberaterin Jutta Luig-Beilmann auf weitere Spuren untersucht. Die Einschätzung des Landesumweltamtes (LANUV), dass diese Aufnahmen einen Wolf zeigen, wurde von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) eindeutig bestätigt. Zur Herkunft des Tieres, zum Alter oder zum Geschlecht können derzeit keine Angaben gemacht werden, teilt das Landesumweltamt LANUV mit.

Wolf auf dem Acker gesichtet

Sendehorst - Wurde im Kreis Warendorf ein Wolf gesichtet? Zwei Zeugen berichten, gestern Vormittag auf einem Acker zwischen Albersloh und Sendenhorst ein derartiges Tier beobachtet zu haben. Sie sahen, wie das Tier die Straße überquerte und dann im Wald verschwand. Der Beobachtungsort wurde anschließend von einer zuständigen Luchs- und Wolfsberaterin auf weitere Spuren untersucht. Das Landesumweltamt (Lanuv) bestätigte, dass die Aufnahmen einen Wolf zeigen würden – auch die Dokumentations- und Beratungs­stelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) kam nach Auswertung der Bilder und der Spuren zu dem gleichen Bewertungsergebnis.

„Es ist die erste bestätigte Sichtung in diesem Jahr“, sagte eine Lanuv-Spreche­rin. Zur Herkunft des Tieres, zum Alter oder zum Geschlecht können derzeit keine Angaben gemacht werden. 2017 gab es sieben einzelne Wolfsnachweise von drei Tieren in Nordrhein-Westfalen, im Jahr davor wurden durch das Landesumweltamt insgesamt neun Nachweise erfasst.

 

Westfalen

Das bange Warten
Experten gehen davon aus, dass sich die Afrikanische Schweinepest nicht mehr aufhalten lässt

-Elmar Ries- Münster - Offenbar ist der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland nicht mehr zu verhindern. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, erklärten auf Nachfrage unisono der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv). Die wirtschaftlichen Folgen ei­nes Seuchenfalls wären katastrophal. Die Landwirte im Münsterland, der Veredlungsregion in NRW mit rund 4,5 Millionen Schweinen, seien darum hochgradig nervös, sagt Steinfurts Kreisveterinär Dr. Christoph Brundiers.

Wolf reißt Schafe im Schwarzwald


-dpa- Freudenstadt - Ein aus Niedersachsen stammender Wolf hat im Schwarzwald Schafe und Rotwild gerissen. Das ergab eine genetische Analyse von Proben, die von den gerissenen Tieren genommen wurden, teilte das baden-württembergische Umweltministerium am Montag mit.

Bei dem Wolf, der die Schafe in Bad Wildbad und das Rotwild in Bad-Rippoldsau bei Freudenstadt riss, soll es sich um einen Rüden aus einem Rudel in Niedersachsen handeln. Unklar ist, ob derselbe Wolf am 7. Oktober auch drei Lämmer bei Widdern (Kreis Heilbronn) gerissen hat – es handelte sich um den ersten nachgewiesenen Wolfsriss im Südwesten seit mehr als 100 Jahren.
In Baden-Württemberg sind seit 2015 mindestens vier Wölfe gesichtet worden.

Dass Wölfe weite Strecken zurücklegen, ist nicht ungewöhnlich. Im März wurde ein aus einem Rudel in Cux­haven stammender Wolf rund 200 Kilometer entfernt überfahren in den Niederlanden entdeckt.

(AZ vom 19.12.2017)

Leserbriefe in der AZ

Hier beziehen einige Leser der AZ Stellung zum Thema "Wolf" 

Wichtiges Korrektiv

(16.12.2017)Zum Thema Wolf wird der WLV-Präsident Johannes Röring mit den Worten zitiert, dass ihm noch niemand gesagt habe, warum wir den Wolf brauchen. Diese Aussage wirft doch die Frage auf, ob Herr Röring sich überhaupt mit den Meinungen andersdenkender Menschen auseinandersetzt, oder ob er wirklich nur seine eigenen Ansichten gelten lässt und dabei geflissentlich die (wissenschaftlich fundierten) Fakten von Naturschützern ignoriert.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.