China kauft wegen Afrikanischer Schweinepest deutschen Markt leer

Schweinepreise explodieren


-Frank Polke- Münster/Bonn - Das ungehinderte Ausbreiten der Afri­ka­nischen Schweinepest (ASP) in Asien sorgt für eine regelrechte Explosion der Schweinepreise in Deutschland. ­Vereinzelt sind Lieferengpässe bei Ferkel und Schweinen zu beobachten. In den vergangenen Monaten wurden in China zwischen 150 und 200 Millionen Schweine ge­tötet oder starben an der für den Menschen ungefähr­lichen Schweinepest – nach offiziellen Zahlen ein Drittel des Bestandes.

„Wir haben zwei Faktoren, die für den aktuellen Preisanstieg verantwortlich sind“, sagt Bernhard Rüb, Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Zum einen sei die heimische ­Tierproduktion infolge von sinkenden Preisen und dem Streit um die Düngeverordnung in den letzten Jahren gesunken. Zum anderen ­steige der Fleisch-Konsum in China ungeachtet der Schweinepest weiter an. ­Folge: Die Chinesen kaufen derzeit weltweit fast alle verfügbaren Bestände an Tieren auf, bei Ferkeln gibt es sogar erste Lieferengpässe. Allein in den vergangenen drei ­Monaten stieg der Preis pro Kilo Schlachtgewicht von 1,36 auf 1,80 Euro. Eine ­Entspannung der Situation ist vorerst nicht zu erwarten. Aufgrund der schlimmen hygienischen Zustände in Ländern wie China, Kambodscha und Vietnam breitet sich die ASP weiter aus. „Die Zustände dort sind schrecklich“, sagt ein Beobachter der Szene. Dies gelte sowohl für die Tierhaltung, den Transport als auch das Töten der erkrankten Tiere.


Doch auch in Europa wächst die Gefahr: Vor einem Jahr wurde der erste Fall eines an ASP-erkrankten Wildschweins in Belgien offiziell bestätigt. Bisher bemühen sich die dortigen ­Behörden vergeblich, das Ausbreiten der Seuche einzudämmen. Behörden bauen Zäune, Hinweisschilder warnen Lkw-Fahrer und Pendler, keine verunreinigten ­Essensreste wegzuwerfen. Sollte die ASP nach Deutschland oder in die Niederlande kommen, würde das extreme Auswirkungen auf das Schweineangebot und damit den Preis haben.

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