Auflagen für Jagd werden gelockert


-lnw- Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Jäger können sich freuen: Die Auflagen für die Jagd aus rot-grüner Regierungszeit werden deutlich gelockert. Der Landtag hat dazu mit den Stimmen von CDU, FDP und AfD eine Novelle des Jagdgesetzes beschlossen. SPD und Grüne übten massive Kritik.

Einige Details:

Arten unter Jagdrecht:
Die von der Vorgängerregierung ausgedünnte Liste der dem Jagdrecht unterliegenden Arten ist jetzt am Bundesjagdgesetz ausgerichtet und enthält alle in NRW heimischen Arten. Dazu gehören künftig neben Rot-, Dam- oder Muffelwild unter anderem Feldhase, Wild­kaninchen, Wildkatze, Fuchs, Stein- und Baummarder, Iltis, Dachs und Fischotter. Der Wisent dagegen gehört nicht mehr dazu.Bedrohte Arten wie Wildkatzen oder Fischotter dürfen aber weiterhin nicht gejagt werden.

Jagd- und Schonzeiten:
Beschränkungen werden laut Regierung „unter Be­achtung der Wildbiologie und der Jagdpraxis“ wieder ge­lockert. Wildschweine dürfen bis 2023 ganzjährig bejagt werden. Damit soll eine Übertragung der Schweinepest vermieden werden. Der Muttertierschutz muss aber gewahrt werden.

Vögel:
Die Jagdzeit für ­Rabenkrähen wird verlängert bis zum 10. März, dem Beginn der Nistzeit. Für Umweltverbände ist das ein ­Verstoß gegen die EU-Naturschutzrichtlinien. Tauben- und Krähenkarusselle sind wieder zulässig, wenn Lockvogelattrappen eingesetzt werden. Die Vollschonung der Waldschnepfe ist beendet. Fasane und Stockenten dürfen bis acht Wochen vor Beginn der Jagd auf diese Wildarten ausgesetzt werden.

„Müller-Ente“:
Für die Ausbildung von Jagdhunden dürfen künftig neben flug­fähigen Stockenten auch maximal 15 Minuten mit Papiermanschetten flugunfähig gemachte Stockenten eingesetzt werden. Kritiker halten das für Tierquälerei.

Baujagd:
Beim Fuchs wird die Baujagd wieder freigegeben. Dachse dürfen nicht im Naturbau, aber im Kunstbau gejagt werden,

Verbote:
Bleihaltige Büchsenmunition darf weiterhin nicht genutzt werden (Ausnahme bis Kaliber 5,6 mm). Katzen dürfen nicht getötet werden.

Hegeschau:
Die Pflichthegeschau wird wieder eingeführt, nachdem sie 2015 zum großen Teil abgeschafft worden war. Bei der auch „Pflicht-Knochenolympiade“ genannten Trophäenschau müssen Geweihe, Gehörne oder Keiler erlegter Tiere vorgelegt werden. Sie gelten als Indikatoren für den wildbiologischen Zustand von Populationen.

Jägerausbildung:
Statt des bisherigen „Nachweises einer besonderen Schießfertigkeit“ als Voraussetzung zur Teilnahme etwa an Treibjagden ist jetzt nur noch ein „Schießübungsnachweis“ erforderlich. Dies sei aus Sicherheitsgründen „inakzeptabel“, sagt der SPD-Abgeordnete André Stinka. „Damit soll älteren Jägern die Möglichkeit gegeben werden, ihr Hobby weiter ausüben zu können.“ Nicht anerkannt werden Schießsimulationsanlagen („Laser-Kinos“), wo keine Waffe verwendet wird. Der Fragenkatalog zur Jägerprüfung wird über die bislang möglichen 500 Fragen hinaus ausgeweitet.

Jagdabgabe wird abgeschafft.
2018 hatte das OVG Münster auf Bedenken zu derzeitigen Regelungen der Jagdabgabe hingewiesen. Jäger hatten gegen die bestehende Abgabe geklagt.

Quelle: AZ vom 22.02. 2019 Seite 4

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