RWJ 01/2020: Editorial

Mit Zuversicht in die Zukunft

Die komplexe Materie ist eigentlich ganz einfach – es geht darum, die entfallene staatliche Jagdabgabe von 45 € pro Jahresjagdschein in einen vom Landesjagdverband einzuziehenden Jagdbeitrag umzuwandeln, um die Finanzierung von Gemeinschaftsaufgaben sicherzustellen, nachdem die Landesregierung die verfassungswidrige Jagdabgabe abgeschafft hat.


Rheinisch-Westfälischer Jäger, LJV-Weiterbildung, die Durchführung von Jagdgebrauchshundprüfungen, Einrichtungen zur Ausbildung und Prüfung von Jagdgebrauchshunden, Schweißhundstationen, Neubau, Ausbau und Instandhaltung jagdlich genutzter Schießanlagen inklusive der dazu nötigen Beratung der Betreiber und das Wildtierinformationssystem (WILD) – alles dies würde ohne Mittel aus dem Jagdbeitrag in der bisherigen Form nicht mehr zu realisieren sein. Kompliziert wird es, weil der Landesjagdverband ein Regelwerk in Kraft setzen muss, das die unabhängige Mittelvergabe nach klaren Kriterien und vollständig transparent sicherstellt. Arbeitsgruppen mit externen Rechts- und Finanzexperten haben mit der LJV-Führung diese Herausforderung frühzeitig angenommen und in den vergangenen Monaten Lösungen erarbeitet.
 
Das daraus entstandene „Gesamtkunstwerk“ wurde von Präsidium und Landesvorstand in der letzten Sitzung 2019 einstimmig verabschiedet und kann nun im Frühjahr in den Versammlungen der Kreisjägerschaften und Hegeringe erörtert werden, bevor darüber am 22. August die Mitglieder entscheiden. Auch „Wald“ und „statt“ vor „Wild“ stand erneut auf der Tagesordnung. Waldbauern und Jäger in NRW teilen nach Stürmen und Trockenjahren die Sorge um die Zukunft des Waldes. Im Hinblick auf die besondere Gefährdung von Pflanzen müssen wir die Rehwild-Bejagung intensivieren und ähnlich wirkungsvoll steigern wie nach Kyrill. So wäre für uns eine Vorverlegung der Jagdzeit auf April für Bock und Schmalreh in bestimmten Gebietskulissen aufzuforstender Wälder für einen Ausnahmezeitraum von fünf Jahren prinzipiell nicht ausgeschlossen, natürlich nur unter Berücksichtigung von Waidgerechtigkeit und Tierschutz.
 
Außerdem hat das Präsidium einstimmig einen Vorschlag für die künftige LJV-Führung beschlossen – als meine Nachfolgerin wäre Nicole Heitzig (Vors. KJS Hochsauerland) die erste Frau an der Spitze eines Landesjagdverbandes in Deutschland, was allein schon für Begeisterung sorgt. Als Vizepräsidenten werden der bisherige Amtsinhaber Hans-Jürgen Thies MdB („Westfalen“) und Lutz Schorn („Vors. Bonner Jägerschaft/Rheinland“) vorgeschlagen, dazu ist Schatzmeister Dr. Peter Bottermann erneut nominiert – ein Team je zur Hälfte aus erfahrenen Fuhrleuten und frischen Kräften. Ohne Hans- Jürgen Thies wäre es uns nicht gelungen, das Remmelsche Jagdgesetz auf den Boden der Realität zurückzuholen und Peter Bottermann ist seit vielen Jahren ein Schatzmeister, wie ihn sich jeder Verband nur wünschen kann. Gewählt wird das neue Präsidium am 22. August auf der LJV-Mitgliederversammlung in Düsseldorf.
 
Das Präsidium hat frühzeitig einen überzeugenden Vorschlag für meine Nachfolge und ein starkes Führungsteam gemacht, was mich sehr zuversichtlich stimmt, im Sommer mein Amt an der Spitze eines erfolgreichen und geschlossenen Landesjagdverbandes übergeben zu können.

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