Solidarität statt Belehrungen

Der Klimawandel mit all seinen Auswirkungen für unsere heimische Natur ist im vergangenen heißen Sommer erneut augenscheinlich geworden. Besonders hart trifft es den Wald, ganze Bestände fallen Trockenheit, Käfern und anderen Faktoren zum Opfer, die Arbeit von Generationen ist zunichte.




Ralph Müller-Schallenberg

Präsident des Landesjagdverbandes NRW



Der Holzmarkt liegt am Boden, die Forstwirtschaft – Mutter des Nachhaltigkeitsgedankens – steckt in einer schweren Krise, die sie nicht selbst zu verantworten hat. Das hat auch die Politik erkannt, NRW-Landesvater Armin Laschet besucht gemeinsam mit Umweltministerin Heinen-Esser betroffene Wälder und kündigt Förderprogramme an, auf Bundesebene finden Waldgipfel statt – ob all das ausreicht, wird die Zukunft zeigen. In NRW sind rund zwei Drittel des Waldes in privater Hand, auch zwischen Rhein und Weser stehen Existenzen auf dem Spiel – und zwar die unserer Partner im ländlichen Raum, den NRW-Waldbauern, deren Flächen wir bejagen.
 
Der Landesjagdverband NRW ruft in dieser Situation seine Mitglieder zur Solidarität mit den nordrhein-westfälischen Waldbauern auf!
 
Forstexperten empfehlen den Umbau zu klima flexibleren Baumarten, auf Kahlflächen und in Altbeständen werden neue Anpflanzungen entstehen. Egal mit welchen Arten, werden diese in den nächsten Jahren verbissgefährdet sein – genau an dieser Stelle beginnt unsere Verantwortung. Bereits nach Kyrill hatte der LJV seine Mitglieder aufgerufen, den Verbissdruck auf gefähr deten Verjüngungsflächen durch intensive Jagd zu senken – allen Unkenrufen zum Trotz mit Erfolg, grüner Beweis sind heute voll bestockte Kyrill-Flächen!
 
Helfen wir auch „jetzt“ unseren Partnern:
Auf revierübergreifenden Drückjagden muss nicht nur bei den Sauen, sondern auch und gerade beim wiederkäuenden Schalenwild Strecke gemacht werden,
Schwerpunkt-Jagd an gefährdeten Flächen hilft, den Verbissdruck zu senken,
es gibt aber auch Baumarten, die ohne technischen Schutz keine Chance haben – altes Försterwissen.
Nicht zielführend wäre es, an dieser Stelle Waldbauern und Jäger gegen einander aufzuhetzen, anstatt der eigenen forstfachlichen Beratungspflicht nachzukommen. Dialog ist auch dabei das Mittel der Wahl – verabreden Sie sich also in den nächsten Wochen zusammen mit den Waldbauern auf den Kulturflächen, zeigen Sie dabei, dass Sie auf die Sorgen und Nöte unserer Partner eingehen – und handeln Sie! Durch unsere Solidarität mit den Waldbauern distanzieren wir uns deutlich von Gruppen, die die aktuelle Not unserer Partner zum Anlass nehmen, sich lediglich selbst zu inszenieren, indem sie Waldbesitzer mit wohlfeilen, belehrenden Forderungskatalogen traktieren, obwohl sie noch vor wenigen Jahren – was die Jagd angeht – exakt gegenteilige Forderungen erhoben. Jäger sind Naturschützer mit dem Herz am rechten Fleck, unsere Maxime ist Wald „und“ Wild. Wir jagen intensiv – aber dabei immer tierschutzkonform und waidgerecht!

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