RWJ 05/2019: Editorial

Neue Chancen nutzen

Wir Jäger leisten viel für Natur und Gesellschaft. Vom Erhalt eines gesunden, artenreichen, den Naturräumen angepassten Wildbestandes über Biotopverbesserungen bis zum unermüdlichen Einsatz bei Wildunfällen.


Es ist Aufgabe der Politik, positives Engagement zu fördern und nicht zu behindern. Dies hat die Regierungskoalition in NRW bewiesen – das neue Landesjagdgesetz zum neuen Jagdjahr ist wieder stärker an der jagdlichen Praxis und mehr Bundeseinheitlichkeit orientiert und stärkt die ländlichen Räume. Ein wenig hatte ich die Hoffnung, nun werde es jagdpolitisch etwas ruhiger – weit gefehlt. Zwei wichtige Themen stehen jetzt auf der Tagesordnung: Das Bundesjagdgesetz und der Übergang der staatlichen Jagdabgabe zu einem Jagdbeitrag in einen treuhänderisch verwalteten Sonderetat beim LJV („Jägergeld in Jägerhand“).

 

Ralph Müller-Schallenberg
Präsident des Landesjagdverbandes NRW


Zum Informations- und Meinungsaustausch besteht ausführlich Gelegenheit beim Landesjägertag mit Ministerin Ursula Heinen-Esser und der LJV-Mitgliederversammlung am Samstag, 18. Mai ab 10 Uhr im schönen Münster. Ich freue mich über jeden von Ihnen, der in die Halle Münsterland kommt. Vorangehen soll es in den kommenden Monaten endlich bei der Novellierung des Bundesjagdgesetzes. Nach allem, was bisher bekannt ist, soll ein jährlicher Schieß„übungs“nachweis Kugel (wie in NRW jetzt statt des bisherigen Schießleistungsnachweises) und – neu – ein ebensolcher Schießübungsnachweis auch für Schrot bundesweit kommen. Weitere Themen sind die Blei„minimierung“ (statt Verbot) und eine einheitliche Ausbildung und Prüfung zum Jagdschein.


Die Novellierung des Waffengesetzes durch den Bund soll uns Rechtssicherheit zum Schalldämpfer bringen – Erwerb und Anwendung sollen für Jäger ohne weitere Bedürfnisprüfung gesetzlich erlaubt werden. Solche Regelungen im Bundesjagdgesetz und im Waffengesetz gelten automatisch auch in NRW. Ab 2021 soll ein Jagdbeitrag in Höhe der bisherigen Abgabe von jährlich 45 € in einen transparenten und unabhängig vom LJV-Haushalt bewirtschafteten LJV-Sonderetat gezahlt werden. Wir informieren dazu schon am 18. Mai in Münster, obwohl der formelle Beschluss erst beim Landesjägertag 2020 (Wirkung ab 2021) gefasst werden soll. Der Landesjagdverband hat eine Kommission unter Vorsitz von Vizepräsident Georg Kurella eingesetzt, die sich mit allen Themen und Aspekten im Zusammenhang mit dem künftig zu erhebenden Jagdbeitrag befasst. Diese Kommission wird Präsidium und Landesvorstand berichten, um die auf der LJV-Mitgliederversammlung 2020 zu fassenden Beschlüsse vorzubereiten.


Die Zeit, die wir uns bis zur Entscheidung im kommenden Jahr nehmen, ermöglicht ein ebenso gründliches wie transparentes Verfahren. Nutzen wir auch diese Chance !

(Nachdruck aus RWJ 05/2019)

 

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