Afrikanische Schweinepest nähert sich Deutschland aus dem Osten

Berlin, 19. November 2019 (DJV). Rund 80 Kilometer entfernt von Brandenburg haben polnische Behörden bei zwei Wildschweinen erstmals das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen. Der nächstgelegene ASP-Fall liegt 300 Kilometer weiter östlich. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet schwerpunktmäßig Jäger, Förster und Landwirte, verstärkt auf verdächtige Wildschweinkadaver zu achten. Dies gilt insbesondere für grenznahe Regionen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Wegen des hohen Verbreitungsrisikos der Krankheit sollten Menschen tot aufgefundene Tiere nicht anfassen und auf keinen Fall eigenhändig transportieren. Experten bergen im Ernstfall verdächtige Tierkadaver in speziellen, dichten Behältnissen. Die Tiere werden anschließend verbrannt.

 

Das Virus ist für den Menschen ungefährlich, tötet allerdings die meisten infizierten Haus- und Wildschweine in kürzester Zeit. Die Früherkennung eines möglichen Ausbruchs der ASP ist besonders wichtig, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. In Zusammenarbeit mit dem Friedlich-Loeffler-Institut hat der DJV deshalb das Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) ausgebaut: Eingetragene Daten zu toten Wildschweinen werden automatisch an das zuständigen Veterinäramt weitergeleitet. So können Behörden im Ernstfall schnell Maßnahmen einleiten.

 

Verantwortlich für die schnelle Verbreitung der Tierkrankheit über hunderte von Kilometern ist der Mensch. Das Virus überlebt im Schlamm von Radkästen bis zu 100 Tage, ebenso in geräucherter Ware wie Salami und Schinken. Der DJV ruft Reisende dazu auf, keine Wurst- und Fleischwaren oder Hundefutter aus Risikogebieten nach Deutschland einzuführen. Jäger, insbesondere Schweinehalter, sollten auf Jagdreisen in betroffene Gebiete verzichten.

 

Infizierte Tiere zeigen sehr schwere Symptome wie Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Männliche und weibliche Tiere jeden Alters sind gleichermaßen betroffen. Durchfall und Blutungen an Nase und Haut können ebenfalls auftreten. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft. Jäger sollten beim Ausnehmen von Wildscheinen auf vergrößerte, „blutige“ Lymphknoten achten, ebenso auf eine vergrößerte Milz sowie feine, punkt- oder flächenförmige Blutungen in den Organen, der Haut oder Unterhaut.

Landesjagdverband ruft zur intensiven Schwarzwildjagd auf

Dortmund, 22. November 2019 (LJV). Angesichts der aktuellen Gefährdungslage wiederholt der Landesjagdverband seinen Appell an alle nordrhein-westfälischen Jägerinnen und Jäger, die derzeitige Jagdsaison intensiv zur Schwarzwildbejagung zu nutzen und im Rahmen des in diesem Jahr neu geschaffenen Rechtsrahmens unter selbstverständlicher Beachtung der Grundsätze der Waidgerechtigkeit alles zu unternehmen, um die Wildschweinbestände weiter zu reduzieren.

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