Von der neuen Waldschule bis zum Jagdgesetz


Kreis Coesfeld. Das Wechselspiel zwischen Tieren und Pflanzen war Thema des Wildbiologen und Jagdwissenschaftlers Dr. Michael Petrak, der vor 64 Jägern in der Mitgliederversammlung der Kreisjägerschaft sprach. Dieses Wechselspiel habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, so der Leiter der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung des Landes NRW. Die Spezialisierung in der Landwirtschaft, die Trennung von Pflanzenbau und Viehhaltung und eine insgesamt intensivere Nutzung hätten dazu geführt, dass die Lebensraumqualität für Wildtiere gesunken sei. Aus dieser Situation gelte es, das Beste zu machen. So gebe es verschiedene Fördermöglichkeiten zu Reviergestaltung.




Die stellvertretende Bürgermeisterin von Dülmen, Annette Holtrup, lobte das Engagement der Jäger für den Schutz und den Erhalt einer artenreichen Vielfalt. Dabei genießen Jäger nicht immer den besten Ruf. Lob gab es auch für den Jagdhornbläserchorps Dülmen.



Ludger Rövekamp von der Landwirtschaftskammer meinte, dass sich Jäger und Landwirte nicht gegeneinander ausspielen lassen dürften. Gemeinsam sollte mit Fördermaßnahmen zum Erhalt der Natur gearbeitet werden. Die Anlage von Blühstreifen sei eine dieser wichtigen Maßnahmen. Die Einreichungsfrist endet übrigens am 15. Mai.


In seinem Geschäftsbericht ging Vorsitzender Franz-Josef Schulze Thier auf das neue Landesjagdgesetz ein, dass seit dem 13. März 2019 gilt. Auch der Wegfall der Jagdabgabe und die Verabschiedung des Waffengesetzes waren Themen des Vortrags. Lobend erwähnt wurde die neue rollende Waldschule, die seit Herbst 2018 im Einsatz ist.


Hinsichtlich eines drohenden Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest betonte Schulze Thier die professionelle Vorbereitung des Kreises Coesfelds. Es wurde eine Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft gegründet, die im Seuchenfall alle notwendigen Maßnahmen vom Zaunbau bis zur Fallwildsuche umsetzen soll. Zum Schießstand sagte er, dass noch unklar sei, wie die geplanten Investitionen und Erweiterungen finanziert werden sollen, die eigentlich aus der Jagdabgabe erfolgen sollte.



Auch die Änderung der Satzung stand zur Abstimmung an. Grund hierfür ist der mögliche Wegfall der Gemeinnützigkeit. Nicht alle Punkte der Satzungsänderung wurden in der Versammlung in ihrer Auswirkung geklärt. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit wurde in der nachfolgenden Wahl nicht erreicht. Die Änderung wurde daher nicht angenommen. Eine erneute Abstimmung wird auf das nächste Jahr verschoben.



Geehrt wurden: Die Verdienstnadel in Silber des LJV erhielten Bodo Maslo sowie Hermann-Josef Israel. Präsente erhielten der ausgeschiedene Hegeringleiter Heinrich Lohmann und der ausgeschiedene Hegeringleiter Bernd Kurth.



Musikalisch umrahmt wurde die Versammlung durch das Jagdhornbläsercorps im Hegering Dülmen.

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